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Ernährung · 22. Oktober 2026 · 12 Min. Lesezeit

Wie viel Protein pro Tag? Die Tabelle nach Gewicht und Ziel

Von 0,8 g pro Kilo bei der DGE bis 1,2–1,6 g in den neuen US-Ernährungsrichtlinien: wie viel Eiweiß Sie wirklich brauchen, in Gramm, je nach Gewicht, Aktivität und Alter, und mit welchen Lebensmitteln Sie es erreichen.

Wie viel Protein pro Tag: die Zahlen für jedes Profil

Veröffentlicht am 22. Oktober 2026 · Vom Ember-Team

Kurz gesagt

  • Wie viel Protein pro Tag? Die DGE empfiehlt Erwachsenen bis 65 Jahre 0,8 g pro Kilo Körpergewicht, die EFSA 0,83 g: das sind rund 56 bis 58 g bei 70 kg, ein Minimum gegen Mangel.

  • Die neuen US-Ernährungsrichtlinien vom Januar 2026 zielen auf 1,2 bis 1,6 g/kg (84 bis 112 g bei 70 kg), denselben Bereich, der beim Abnehmen die Muskeln schützt.

  • Beim Muskelaufbau ist bei etwa 1,6 g/kg Schluss mit zusätzlichem Nutzen; ab 65 Jahren gelten mindestens 1 g/kg. Verteilen Sie das auf 3 bis 4 Mahlzeiten mit 25 bis 40 g.

Wie viel Protein pro Tag nach Körpergewicht (50 bis 110 kg)

Der Proteinbedarf wird in Gramm pro Kilo Körpergewicht und Tag angegeben. Die Rechnung ist also einfach: Gewicht mal Faktor. Schwierig ist nur die Wahl des Faktors, denn es gibt zwei Arten von Werten, und sie beantworten nicht dieselbe Frage.

Die erste ist das physiologische Minimum: 0,8 g/kg nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), 0,83 g/kg nach der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Diese Werte decken den Bedarf fast aller gesunden Erwachsenen und verhindern einen Mangel, mehr nicht. Die zweite ist der sinnvolle Bereich für ein bestimmtes Ziel (Muskeln im Alter erhalten, Muskeln aufbauen, Fett verlieren), den Studien zwischen 1,2 und 2 g/kg verorten. Die Tabelle zeigt beides für 50 bis 110 kg. Was Eiweiß im Körper leistet, wie man seine Qualität bewertet und welche Mythen kursieren, lesen Sie in unserem großen Ratgeber zum Proteinbedarf.

Gewicht0,83 g/kg (EU-Minimum)1 g/kg (ab 65 Jahren)1,2–1,6 g/kg (USA 2026, Abnehmen)1,6–2 g/kg (Muskelaufbau)
50 kg42 g50 g60–80 g80–100 g
60 kg50 g60 g72–96 g96–120 g
70 kg58 g70 g84–112 g112–140 g
80 kg66 g80 g96–128 g128–160 g
90 kg75 g90 g108–144 g144–180 g
100 kg83 g100 g120–160 g160–200 g
110 kg91 g110 g132–176 g176–220 g

Rechnung: Gewicht × Faktor, auf ganze Gramm gerundet. 0,83 g/kg: Referenzwert der EFSA für Erwachsene (DGE: 0,8 g/kg, also etwas weniger). 1 g/kg: Schätzwert der DGE und Referenz der französischen ANSES ab 65 Jahren. 1,2–1,6 g/kg: US-Ernährungsrichtlinien 2025–2030 und Studien zum Abnehmen. 1,6–2 g/kg: Muskelaufbau (Plateau bei etwa 1,6 g/kg, ISSN bis 2 g/kg).

Ein wichtiger Hinweis bei Übergewicht: Diese Faktoren gelten für Normalgewicht. Die DGE betont, dass Fettmasse den Proteinbedarf nicht erhöht. Bei einem hohen BMI rechnet man deshalb mit dem Gewicht, das man bei normalem BMI hätte, oder mit dem Zielgewicht. Wer 110 kg wiegt und 1,75 m groß ist, muss nicht 176 g pro Tag anpeilen: Eine Rechnung mit etwa 75 kg ist realistischer.

Proteinbedarf je nach Profil: Alltag, Sport, Abnehmen, ab 65

Das Gewicht ist nur ein Teil der Antwort: Alter, Bewegung und Ziel verschieben den Wert. Hier die am besten belegten Bereiche, am Beispiel eines Erwachsenen mit 70 kg und mit der Organisation oder Studie, die dahintersteht.

Profilg/kg/TagBei 70 kgQuelle
Erwachsene ohne viel Bewegung0,8 bis 0,8356 bis 58 gDGE: 0,8; EFSA, ANSES, NNR 2023, AESAN: 0,83
Breitensport (2 bis 4 Einheiten pro Woche)0,8 bis 1,256 bis 84 gDGE: 0,8 reicht; USA 2026: mindestens 1,2
Leistungs- oder Ausdauersport (ab 5 Std. pro Woche)1,2 bis 284 bis 140 gISSN und ACSM, zitiert von der DGE
Krafttraining, Muskelaufbau1,6 bis 2112 bis 140 gMorton 2018, ISSN 2017
Abnehmen1,2 bis 1,684 bis 112 gLeidy 2015, USA 2026
Ab 65 Jahren1 bis 1,270 bis 84 gDGE und ANSES: 1; NNR: 1,2; PROT-AGE: 1 bis 1,2

Bereiche für gesunde Erwachsene, berechnet mit Normalgewicht. Schwangerschaft: Die EFSA rechnet je nach Trimester 1 g, 9 g und dann 28 g pro Tag hinzu.

Bei Freizeitsportlern staunen viele: Für zwei oder drei Trainingseinheiten pro Woche hält die DGE 0,8 g/kg für ausreichend. Spürbar steigt der Bedarf erst ab etwa fünf Stunden Training pro Woche oder wenn man gezielt Muskeln aufbauen will. Die Metaanalyse von Morton und Kollegen (49 Studien, 1.863 Teilnehmende) zeigte, dass zusätzliches Protein jenseits von 1,62 g/kg bei Krafttrainierenden keinen messbaren weiteren Zuwachs an Magermasse mehr brachte.

Ab 65 reagiert die Muskulatur schwächer auf jede eiweißreiche Mahlzeit, ein Phänomen namens anabole Resistenz. Deshalb hat die DGE 2017 erstmals einen Schätzwert von 1 g/kg für Menschen ab 65 eingeführt, die französische ANSES folgte 2019, und die europäische Expertengruppe PROT-AGE empfiehlt mindestens 1 bis 1,2 g/kg, für aktive Ältere 1,2 g/kg oder mehr.

Die US-Empfehlungen 2026: Warum 1,2 bis 1,6 g/kg, wenn die DGE 0,8 sagt?

Am 7. Januar 2026 haben das US-Gesundheitsministerium (HHS) und das Landwirtschaftsministerium (USDA) die Dietary Guidelines for Americans 2025–2030 veröffentlicht. Das Dokument ersetzt den Teller durch eine umgedrehte Pyramide: Oben im breiten Teil stehen Eiweiß, Milchprodukte und gesunde Fette sowie Gemüse und Obst, Vollkorngetreide bildet die schmale Spitze. Der Text fordert, „eiweißreiche Lebensmittel bei jeder Mahlzeit zu priorisieren“, und nennt ein Ziel von 1,2 bis 1,6 g pro Kilo und Tag, angepasst an den individuellen Kalorienbedarf. Die offizielle US-Mindestempfehlung (RDA) von 0,8 g/kg bleibt davon unberührt.

In Europa ist keine Behörde diesem Schritt gefolgt. Die DGE bleibt für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren bei 0,8 g/kg, was bei den Referenzgewichten 57 bis 67 g pro Tag entspricht. Die EFSA hält an 0,83 g/kg für alle Erwachsenen fest, auch für Ältere, und der Wissenschaftliche Ausschuss der spanischen Behörde AESAN hat die EFSA-Werte für Makronährstoffe übernommen. Die französische ANSES nennt ebenfalls 0,83 g/kg und zusätzlich einen Anteil von 10 bis 20 % der Energie. Die Nordischen Ernährungsempfehlungen NNR 2023 sagen dasselbe und gehen nur für die Speiseplanung von Menschen über 70 auf etwa 1,2 g/kg.

InstitutionErwachseneAb 65 JahrenStand
USA (USDA, HHS)1,2 bis 1,6 g/kg (Ziel)Kein eigener WertJanuar 2026
Deutschland (DGE)0,8 g/kg1 g/kg (Schätzwert)2017
Europäische Union (EFSA)0,83 g/kg0,83 g/kg2012
Frankreich (ANSES)0,83 g/kg, 10 bis 20 % der Energie1 g/kg2007, 2016, 2019
Spanien (AESAN)EFSA-Werte (0,83 g/kg)0,83 g/kg2019
Nordische Länder (NNR 2023)0,83 g/kg, 10 bis 20 % der EnergieEtwa 1,2 g/kg für die Speiseplanung (über 70)2023

Werte im Oktober 2026 in den offiziellen Dokumenten geprüft. Weder DGE noch EFSA noch ANSES haben eine Obergrenze festgelegt.

Diese Zahlen widersprechen sich weniger, als es scheint. Die europäischen Referenzwerte beantworten die Frage „Wie viel braucht man, um nicht zu kurz zu kommen?“, das US-Ziel die Frage „Wie viel sollte man bei einer Ernährung aus naturbelassenen Lebensmitteln anstreben?“. Einen echten Unterschied gibt es trotzdem: Bei 70 kg und 2.000 kcal pro Tag bedeuten 1,6 g/kg 112 g Protein, also rund 22 % der Kalorien, mehr als die 20 %, die ANSES und die nordischen Länder als Obergrenze des Bereichs nennen. Wer etwa 1,2 g/kg anpeilt (in diesem Beispiel 17 % der Kalorien), liegt mit beiden Ansätzen im Einklang.

Wie viel Eiweiß steckt in Lebensmitteln? Tabelle pro Portion, tierisch und pflanzlich

80 oder 110 g pro Tag bleiben abstrakt, bis man sie in Mahlzeiten übersetzt. Ein Hähnchenbrustfilet deckt schon mehr als ein Drittel, aber auch Hülsenfrüchte, Tofu und Milchprodukte leisten sehr gute Arbeit. Die Werte stammen aus der französischen Nährwertdatenbank Ciqual (ANSES), umgerechnet auf übliche Portionen.

LebensmittelPortionEiweißKalorien
Hähnchenbrustfilet, gebraten120 g36 g170 kcal
Lachs, gegart120 g28 g245 kcal
Thunfisch im eigenen Saft, abgetropft100 g27 g145 kcal
Rinderhack 5 % Fett, gebraten100 g26 g155 kcal
Seitan100 g21 g135 kcal
Grüne Linsen, gekocht200 g20 g250 kcal
Kochschinken90 g19 g100 kcal
Tofu natur125 g17 g185 kcal
Tempeh100 g16 g155 kcal
Hart gekochte Eier2 Eier (110 g)15 g145 kcal
Fromage blanc 0 % (Frischkäse)200 g15 g95 kcal
Kichererbsen, gekocht150 g12 g220 kcal
Nudeln, gekocht200 g12 g335 kcal
Fettarme Milch250 ml9 g120 kcal
Emmentaler30 g8 g110 kcal
Sojadrink natur250 ml8 g105 kcal
Haferflocken40 g7 g150 kcal
Mandeln30 g6 g185 kcal
Vollkornbrot2 Scheiben (60 g)5 g140 kcal
Naturjoghurt125 g5 g65 kcal

Ciqual-Werte (ANSES) pro 100 g, multipliziert mit einer von Ember geschätzten Portion; Kalorien auf 5 kcal gerundet. Lebensmittel gegart gewogen, wenn sie gegart gegessen werden. Milch und Sojadrink: 250 ml als 250 g gerechnet.

Pflanzliche Quellen halten bei der Menge gut mit: 200 g gekochte Linsen liefern 20 g Eiweiß, mehr als 90 g Kochschinken, und dazu Ballaststoffe. Der Unterschied liegt in der Qualität: Laut ANSES ist Getreide arm an Lysin, Hülsenfrüchte an schwefelhaltigen Aminosäuren. Die Behörde hält es aber nicht für nötig, beides immer in derselben Mahlzeit zu kombinieren; es genügt, über den Tag Hülsenfrüchte, Vollkorn, Soja und Nüsse abzuwechseln. Im März 2025 hat sie zudem Empfehlungen veröffentlicht, mit denen vegetarisch und vegan lebende Erwachsene ihren Proteinbedarf decken können.

Zwei Hinweise, wenn Sie gar keine tierischen Produkte essen. Pflanzliches Eiweiß ist etwas schlechter verdaulich, deshalb ist es eine vernünftige Vorsicht, das obere Ende Ihres Bereichs anzupeilen. Und Seitan, Tofu und Tempeh sind die konzentriertesten pflanzlichen Quellen: Wer eines davon in ein oder zwei Mahlzeiten pro Tag einbaut, erreicht seine Zahl deutlich leichter.

Wie viel Protein pro Mahlzeit? Die Schwelle von 25 bis 40 g

Die Tagesmenge zählt am meisten, aber die Verteilung ist nicht egal. Der Muskel reagiert auf jede Eiweißzufuhr mit einem Schub an Proteinsynthese, und diese Reaktion fällt deutlich stärker aus, wenn die Mahlzeit genug liefert. Die Internationale Gesellschaft für Sporternährung (ISSN) nennt 0,25 g/kg pro Portion, also 20 bis 40 g, alle 3 bis 4 Stunden. Ältere Menschen brauchen mehr: In den Arbeiten von Moore und Kollegen waren es etwa 0,4 g/kg pro Mahlzeit, verglichen mit 0,24 g/kg bei jungen Erwachsenen.

Der typische Tag macht oft das Gegenteil: ein Frühstück mit weniger als 10 g (Brötchen und Kaffee), ein ordentliches Mittagessen und ein sehr eiweißreiches Abendessen. Ein kräftigeres Frühstück ist der einfachste Weg, 15 bis 20 g mehr zu essen, ohne sonst etwas zu ändern. So sieht ein Tag mit etwa 110 g aus, für eine Person mit 70 kg, die 1,6 g/kg anstrebt.

MahlzeitAuf dem TellerEiweiß
Frühstück200 g Fromage blanc 0 %, 40 g Haferflocken, 30 g Mandeln28 g
Mittagessen200 g gekochte Linsen, 2 hart gekochte Eier, Rohkost35 g
Zwischenmahlzeit2 Scheiben Vollkornbrot, 30 g Emmentaler13 g
Abendessen120 g Lachs, 150 g gekochter Quinoa, Gemüse35 g
GesamtEtwa 1.550 kcal, ohne Gemüse und zugesetzte Fette111 g

Berechnet mit den Ciqual-Werten aus der Lebensmitteltabelle; gekochter Quinoa: 7 g Eiweiß pro 150 g.

Der alte Mythos „maximal 30 g pro Mahlzeit“ hält nicht mehr: 2023 zeigte ein Team der Universität Maastricht, dass 100 g Protein nach dem Training eine stärkere und längere Reaktion (über 12 Stunden) auslösten als 25 g. Nichts geht verloren; drei oder vier gut bestückte Mahlzeiten sind einfach leichter zu verdauen und zu planen als eine riesige. Wenn Sie trainieren, ist die Mahlzeit nach der Einheit ein guter Moment für eine dieser Portionen, wie wir in unserem Artikel zur Muskelregeneration erklären.

Protein und Abnehmen: Sättigung und Muskeln im Kaloriendefizit

Wer weniger isst, greift nicht nur auf die Fettreserven zurück, sondern auch auf die Muskeln. Eiweiß wirkt hier als Schutz. Eine 2015 im American Journal of Clinical Nutrition erschienene Übersichtsarbeit von acht Forschenden, darunter Heather Leidy und Arne Astrup, kam zu dem Schluss, dass eine Ernährung mit 1,2 bis 1,6 g/kg, idealerweise mit 25 bis 30 g pro Mahlzeit, Appetit, Gewichtskontrolle und mehrere Herz-Kreislauf-Werte verbessert. Metaanalysen kurzer Studien zeigen mehr Fettverlust und einen besseren Erhalt der Magermasse als bei eiweißärmerer Kost.

Trotzdem sollte man auf dem Boden bleiben. Die sättigende Wirkung ist real, aber moderat: Nach einer eiweißreichen Mahlzeit fühlt man sich satter, isst in den Studien bei der nächsten Mahlzeit aber nicht deutlich weniger. Die DGE weist außerdem darauf hin, dass der Vorteil einer proteinreichen Diät auf der Waage über drei bis sechs Monate klar ist, mit der Zeit aber kleiner wird oder verschwindet. Eiweiß allein lässt die Pfunde nicht purzeln: Es macht ein Kaloriendefizit angenehmer und sicherer für Ihre Muskeln.

Wer in einer Diätphase Krafttraining macht, findet bei der ISSN höhere Werte von 2,3 bis 3,1 g/kg, um bei Trainierten möglichst viel Muskulatur zu erhalten. Das sind Sonderfälle; für die große Mehrheit reichen 1,2 bis 1,6 g/kg, gerechnet mit einem vernünftigen Körpergewicht.

Zu viel Protein: Ab wann ist es zu viel?

Eine offizielle Obergrenze gibt es nicht. DGE, EFSA und ANSES halten die Datenlage für unzureichend, um eine tolerierbare Höchstmenge festzulegen. Die EFSA stellt jedoch fest, dass Zufuhrmengen bis zum Doppelten ihres Referenzwerts, also etwa 1,7 g/kg, von aktiven, gesunden Erwachsenen in Europa regelmäßig verzehrt werden und als sicher gelten. Die DGE ergänzt, dass die drei- bis vierfache Menge des Referenzwerts über längere Zeit ohne Beschwerden beobachtet wurde, betont aber mit der WHO, dass sich daraus nicht schließen lässt, solche Mengen seien grundsätzlich unbedenklich.

Praktisch gilt: Oberhalb von etwa 1,6 g/kg baut zusätzliches Eiweiß keine messbar größere Muskelmasse mehr auf, liefert aber weiterhin 4 kcal pro Gramm. Das eigentliche Risiko liegt woanders: Ein Speiseplan aus Shakes und Riegeln lässt weniger Platz für Ballaststoffe, Obst und Gemüse, und viele High-Protein-Produkte sind hochverarbeitete Lebensmittel zu höheren Preisen. Bei einer hohen Eiweißzufuhr sollten Sie genug trinken, denn der beim Abbau entstehende Harnstoff wird über den Urin ausgeschieden, wie auch die DGE betont.

Eine wichtige Ausnahme: Bei einer chronischen Nierenerkrankung wird die Eiweißmenge mit dem Arzt oder der Ärztin festgelegt, oft sogar reduziert. Die Gruppe PROT-AGE weist darauf auch für Ältere mit stark eingeschränkter Nierenfunktion hin.

Aktionsplan: 6 Gewohnheiten, um Ihren Proteinbedarf zu decken

Rechnen Sie Ihr Ziel einmal aus

Multiplizieren Sie Ihr Gewicht (oder bei Übergewicht ein Gewicht, das einem normalen BMI entspricht) mit dem Faktor Ihres Profils. Das Ergebnis in Gramm ist ein Richtwert für den Tag, keine Pflicht aufs Gramm genau.

Machen Sie das Frühstück eiweißreicher

Quark, Eier, Sojadrink oder ein Käsebrot: Von 8 auf 25 g am Morgen zu kommen, ist der wirksamste Hebel für eine bessere Verteilung über den Tag.

Eine Eiweißquelle zu jeder Mahlzeit

Fleisch, Fisch, Eier, Tofu oder Hülsenfrüchte: 25 bis 40 g pro Hauptmahlzeit, wie es die ISSN und die neuen US-Empfehlungen nahelegen.

Halten Sie schnelles Eiweiß bereit

Hart gekochte Eier, Thunfisch im eigenen Saft, Linsen aus dem Glas, Quark: genug, um eine Mahlzeit in zwei Minuten zu ergänzen, ohne auf Proteinriegel angewiesen zu sein.

Geben Sie Hülsenfrüchten einen Platz

Linsen, Kichererbsen und Bohnen liefern Eiweiß, Ballaststoffe und Sättigung zu niedrigen Kosten. Schon ein paar Mahlzeiten pro Woche machen einen Unterschied.

Protokollieren Sie ein paar Tage, nicht das ganze Jahr

Eine Woche lang aufzuschreiben, was Sie essen, reicht oft, um die Mahlzeit zu finden, bei der es hapert. Danach laufen die guten Gewohnheiten fast von allein.

Schwierig ist nicht, das eigene Ziel zu kennen, sondern zu wissen, wo man gerade steht. Mit Ember fotografieren Sie Ihren Teller, beschreiben ihn in einem Satz oder scannen einen Barcode: Eiweiß, die übrigen Makros und die Kalorien werden zu Ihrem Tag addiert, und Sie sehen sofort, ob beim Abendessen noch 20 g fehlen.

Das Wichtigste in Kürze

Die DGE empfiehlt Erwachsenen unter 65 Jahren 0,8 g Protein pro Kilo und Tag, die EFSA 0,83 g, also rund 56 bis 58 g bei 70 kg, und das deckt den Bedarf der meisten Menschen ohne viel Bewegung. Die neuen US-Empfehlungen vom Januar 2026 setzen höher an, bei 1,2 bis 1,6 g/kg, ein Bereich, der auch beim Abnehmen hilft, die Muskeln zu erhalten. Beim Krafttraining bringt mehr als etwa 1,6 g/kg keinen messbaren Zusatznutzen, und ab 65 Jahren sollten es mindestens 1 g/kg sein. Verteilen Sie die Tagesmenge auf drei oder vier Mahlzeiten mit 25 bis 40 g, beginnend mit dem Frühstück, und rechnen Sie bei Übergewicht mit einem realistischen Gewicht. Bei Nierenerkrankungen, in der Schwangerschaft oder in besonderen Situationen lassen Sie Ihr Ziel bitte von einer Ärztin, einem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft prüfen.

Quellen

  1. USDA and HHS, Dietary Guidelines for Americans 2025–2030 (January 2026).
  2. EFSA, EFSA sets population reference intakes for protein (2012).
  3. ANSES, Les protéines : références nutritionnelles et sources.
  4. Helsedirektoratet, reference values based on the Nordic Nutrition Recommendations 2023 (energy-giving nutrients).
  5. DGE, Wie viel Protein brauchen wir? New protein reference values (2017).
  6. Jäger R. et al. International Society of Sports Nutrition Position Stand: protein and exercise. J Int Soc Sports Nutr, 2017.
  7. Leidy H. J. et al. The role of protein in weight loss and maintenance. Am J Clin Nutr, 2015.
  8. ANSES, Ciqual food composition table (2025).

Allgemeine Informationen, die keine ärztliche oder ernährungsfachliche Beratung ersetzen. Empfehlungen im Oktober 2026 in den offiziellen Dokumenten geprüft. Nährwerte: Ciqual-Durchschnittswerte (ANSES), multipliziert mit von Ember geschätzten Portionen; Bedarf nach Gewicht: gerundete Berechnungen.

Häufige Fragen zum Proteinbedarf pro Tag

Der Bedarf pro Kilo ist derselbe wie bei Männern: 0,8 g/kg nach DGE bzw. 0,83 g/kg nach EFSA, also rund 48 bis 50 g bei 60 kg. Bei regelmäßigem Sport oder beim Abnehmen 1,2 bis 1,6 g/kg, also 72 bis 96 g bei 60 kg. In der Schwangerschaft rechnet die EFSA je nach Trimester 1 g, 9 g und dann 28 g pro Tag hinzu.

Bei regelmäßigem Krafttraining etwa 1,6 g/kg: Oberhalb davon fand die Metaanalyse von Morton (2018) keinen weiteren Zuwachs an Magermasse. Die ISSN nennt einen Bereich von 1,4 bis 2 g/kg. Bei 80 kg sind das 128 bis 160 g pro Tag, verteilt auf 4 Portionen.

1,2 bis 1,6 g/kg, bei Übergewicht gerechnet mit einem Gewicht, das einem normalen BMI entspricht, und 25 bis 30 g pro Mahlzeit. Dieser Bereich hilft, im Kaloriendefizit Muskeln und Sättigung zu erhalten, lässt aber allein noch nicht abnehmen.

Etwa 20 bis 40 g, also 0,25 g/kg pro Mahlzeit laut ISSN. Ab 65 steigt die wirksame Menge auf etwa 0,4 g/kg pro Mahlzeit. Eine größere Eiweißportion ist nicht verschwendet, aber drei oder vier regelmäßige Portionen sind leichter zu planen.

Die DGE nennt für Menschen ab 65 einen Schätzwert von 1 g/kg, also 70 g bei 70 kg; die französische ANSES sieht es genauso. Die nordischen Empfehlungen verwenden etwa 1,2 g/kg für die Speiseplanung über 70, und die Gruppe PROT-AGE rät zu 1 bis 1,2 g/kg, bei aktiven oder kranken Älteren mehr, außer bei schwerer Nierenerkrankung.

Für gesunde Erwachsene gibt es keine offizielle Obergrenze: Die EFSA hält Mengen bis zum Doppelten ihres Referenzwerts (etwa 1,7 g/kg) für sicher, und höhere Mengen wurden ohne Beschwerden beobachtet. Oberhalb von 1,6 g/kg steigt der Nutzen für die Muskeln nicht mehr. Bei einer Nierenerkrankung fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Die europäischen Referenzwerte (DGE 0,8, EFSA 0,83 g/kg) beschreiben die Menge, die den Bedarf fast aller Erwachsenen deckt. Die US-Richtlinien 2025–2030 setzen ein ehrgeizigeres Ziel von 1,2 bis 1,6 g/kg innerhalb einer Ernährung aus naturbelassenen Lebensmitteln. Die US-Mindestempfehlung (RDA) bleibt bei 0,8 g/kg.

Ihr Protein per Foto erfasst

Fotografieren Sie Ihre Mahlzeit, beschreiben Sie sie in einem Satz oder scannen Sie einen Barcode: Ember schätzt Eiweiß, die übrigen Makros und Kalorien und addiert sie zu Ihrem Tag.

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